Die Radsätze

Ein Radsatz besteht im Original grob gesagt aus fünf Teilen. Der Achse, dem Radstern und den Radreifen. Die werden alle miteinander verpresst und am Ende auf der Drehbank überarbeitet damit ein hoher Rundlauf entsteht. Hört sich einfach an ist aber mechanisch eine Arbeit die von vorn herein genau ausgeführt werden muss.


Für den Modellbau gilt das gleiche. Ich fertige alle Teile des Radsatzes einzeln an. Zuerst die Achsen. Hierzu habe ich mir fertige geschliffene Stifte von 2mm Durchmesser besorgt die ich, wenn nötig, von beiden Seiten mit einem Zentrierbohrer anbohre. Die Stifte sollten in ihrer Länge der Breite des fertigen Radsatzes entsprechen.

Als nächstes fertige ich die Radkörper zur Aufnahme für den späteren Radreifen. Damit es nicht zu einem Kurzschluss auf der Modellbahn kommt sind meine Radkörper aus Kunststoff ( POM ) gefertigt der sich wunderbar bearbeiten lässt. Das heißt die Räder sind gegen die Ströme in der Schiene isoliert.

Jetzt taucht auch schon das erste Problem auf, denn POM hat sehr gute Gleiteigenschaften und lässt sich nicht kleben. Bedeutet; dass wenn ich den Radkörper mit der Achse verbinde, ich keine richtig stabile Verbindung hinbekomme die ein Überdrehen des Radsatzes zulassen würde.  Abhilfe schafft hier eine Messingbüchse die als erstes auf die Ache gesetzt wird bevor der Radstern / Radkörper darauf geschoben wird. Ein Preßmaß von 0,02mm zwischen Achse und Büchse reicht aus. Andere Maße bringen keinen Vorteil.

Der Radreifen wird dann als letztes auf den Radkörper gepresst. Den ersten Radreifen presse ich auf der Drehbank auf den Radkörper weil ich hierfür eine präzise lineare Führung benötige. Für den Zweiten nutze ich gerne den Maschinenschraubstock. Sind alle Teile miteinander verheiratet hat man schon mal den Radsatz. Wichtig ist das man die Radreifen nicht schon genau auf Maß gedreht hat. 0,1-0,15mm sollten noch abgedreht werden müssen. Nun kommt also der Feinschliff. Der Radsatz wird auf der Drehbank zwischen zwei Spitzen gespannt dazu dienen die Zentrierbohrungen in der Achse. Ich habe mir hierfür ein spezielles Hilfswerkzeug gebaut das ähnlich wie ein Drehherz funktioniert. Somit erhält der Radsatz einen 100% Rundlauf.

Da wir hier von einem sehr feinen und diffizilen Konstrukt reden rate ich vom Überdrehen mit Form-Meiseln ab. Hier entstehen zu hohe Kräfte die den Radsatz zerstören würden. Ich verwende einen kleinen Spitzenmeisel und arbeite mich Schrittweise voran. Größtes Zustellmaß was ich verwende sind 0,05mm.

Ganz wunderbar eignen sich auch kleine Nadelfeilen um dem Radsatz final zu bearbeiten und um Kanten zu entgraten.

An den Rädern des Silberlings sieht man gelbe Streifen. Sie dienen der Kontrolle der Radreifen. Bei einem Verdrehen der Radreifen stehen die Striche nicht mehr in Linie

und es müsste nachgebessert werden.




Die Farben


Als die Lok der Baureihe 111 001-4 das Licht der Welt erblickte schrieb man Dezember 1974. Hierfür galt dann schon das neue Farbkonzept der DB von 1975.


Stromabnehmer / Dachleitungen in kaminrot => RAL 3002

Lokkasten / Zierstreifen in elfenbein => RAL 1014

unterer Teil in ozeanblau => RAL 5020

Dachaufbauten in umbragrau => RAL 7022

Untergestell / Drehgestelle in graubraun => RAL 8019


Übrigens: die Lok gehört dem DB - Museum und steht in Koblenz Lützel